|
|
Einen ersten bedeutenden Aufschwung in der Stadtentwicklung erlebt Dinkelsbühl, als es unter den Staufern ausgebaut und massiv befestigt wird. Die Stadt hat eine strategische Bedeutung für die Stauferherrscher; sie liegt strategisch günstig im Siedlungs- und Städtegürtel Ulm an der Donau, (Schwäbisch-) Gmünd, (Schwäbisch-) Hall, Donauwörth, Harburg, Bopfingen, Nördlingen, Giengen an der Brenz, Rothenburg ob der Tauber und Weissenburg und damit auf der Verbindungslinie zwischen dem Stammland der Staufer im Schwäbischen und deren Besitztümern um Nürnberg und in Böhmen. Bereits zwischen 1140 und 1150 dürfte Dinkelsbühl vom Stauferkönig Konrad III., Onkel von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, zum Marktort erhoben werden; eigentlich ein Ereignis, das man als inoffizielle Stadterhebung deklarieren kann, zeigt es doch, dass der Ort eine marktbeherrschende Bedeutung erlangt hat. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1188, als eben dieser Friedrich I. Barbarossa "burgum tinkelspuhel cum pertinenciis“ (= befestigte Siedlung [Dinkelsbühl] mit allem, was dazugehört) als Heiratsgut seinem Sohn schenkt. Die Stadtbefestigung der Stauferzeit besteht bereits aus Graben, Wall, Steinmauern und Holzbewehrungen, die die Tore und Türme miteinander verbindet. Dabei hat die Stadt allerdings noch nicht die Ausdehnung der heutigen Altstadt. |
|
|
|
|
Beim Betrachten dieser Stadtumgrenzungslinie auf einem Stadtplan erkennt man leicht, dass sich die "Stauferstadt" aus der alten befestigten Krondomäne der Karolingerzeit heraus entwickelt hat. Macht man heute einen Altstadtbummel, vom Wörnitztor ausgehend an der Stadtmauer entlang in Richtung Heiliggeistspital am Bleichtörlein vorbei, durch die Spitalgasse, die Dr. Martin-Luther-Strasse überquerend, dann die Untere Schmiedgasse zum Schweinemarkt, am Rathaus vorbei und die Segringer Strasse querend in die Föhrenberggasse südwärts, dann durch die Wethgasse, beim Wethbrunnen quer über die Nördlinger Strasse in Richtung Stadtmauer, geht man streckenweise über den alten Stadtgraben und hat ungefähr die Ausdehnung der ersten Stadtbefestigung umrundet. Als Zeitspanne für die Stadtentwicklung kann man sich ca. 1220 bis 1325 vorstellen. |