Kurzer Abriss über das Münster St. Georg:

Das Münster St. Georg, wie es sich heute dem Betrachter und Besucher darstellt, ist die 3. Kirche an dieser Stelle.

In romanischer Zeit entsteht etwa um 1150 bis 1170 die erste, aus Stein gebaute Vorgängerkirche.

Diese Kirche hat noch keinen Turm und auch sonst bescheidene Ausmasse und ist von der Grösse her vergleichbar mit der Mutter- und Urkirche von Dinkelsbühl, der sehenswerten Pfarrkirche im nahen Dorf Segringen, die im Mittelalter zunächst unter dem Reichspatronat, dann unter dem Patronat des Benediktinerklosters Hirsau bei Calw bzw. dessen Filialklosters Mönchsroth steht. Auch die Dinkelsbühler Kirche steht anfangs noch unter diesem Patronat. Kirchenpatronin der ersten Dinkelsbühler Kirche ist die heilige Ursula.

Um 1200 wird ein niedriger Turm westlich in 5 Meter Abstand zum Kirchenschiff erstellt, dessen Fundament mitsamt dem romanischen Untergeschoss und Eingangsportal des Turms das älteste noch erhaltene Bauteil an der Kirche und darüber hinaus der älteste erhaltene Gebäudeteil in Dinkelsbühl ist. Eventuell dient dieser Turm, dessen Höhe nicht bekannt ist, der aber kaum höher ist als das Kirchendach, als Wehr- und Wachturm in kriegerischen Zeiten dem Schutz der umgebenen Stadt.

Im 13. Jahrhundert, ca. um 1220/1230, werden Turm und Kirche miteinander verbunden, gleichzeitig wird der Turm geringfügig aufgestockt und die Kirche mit einem Choranbau versehen.

Die Bevölkerung wächst und so wie die erste Stadtbefestigung nicht mehr alle Bewohner aufnehmen kann und am Ende des 14. Jahrhunderts erweitert wird, so muss zur gleichen Zeit auch die Kirche neu und grösser gebaut werden – es entsteht an gleicher Stelle die dem heiligen Bartholomäus geweihte "Bartholomäus-Kirche" mit wesentlich grösseren Ausmassen als die Vorgängerkirche; im zeitlichen Zusammenhang mit dem Kirchenneubau entsteht auch eine weitere Turmaufstockung.

Dinkelsbühl ist auf dem Höhepunkt seiner reichsstädtischen Entwicklung. Der Stolz der Reichsstadtbürger verlangt nach einem weithin sichtbaren, repräsentativen Kirchenbau. Die gewaltigen finanziellen Mittel werden unter anderem von den reichen Bürgern und Patriziern aufgebracht.

So entsteht in den Jahren 1448 bis 1499 unter der Regie der damals fähigsten Kirchenbaumeister Süddeutschlands Nicolaus Eseler und Niclas Eseler der Jüngere eine spätgotische Hallenkirche mit überwältigendem Gesamtbild und Eindruck, wie sie sich heute noch dem Gläubigen, Besucher und Betrachter präsentiert.

Die Kirchenweihe der dem heiligen Georg geweihten Kirche findet am 17. Oktober 1488 statt.

Mit dem "Setzen des letzten Steins" ist zunächst nur das Kirchenschiff fertiggestellt, noch steht der bisherige etwa 300 Jahre alte (West-)Turm. Dieser Turm mit seinem romanischen Untergeschoss und Eingangsportal, der im Volksmund auch "Stadtturm" oder "Wendelstein" genannt wird, bleibt stehen und erhält im Jahr 1550 seine krönende Erhöhung und damit auch sein noch heute typisches Aussehen durch ein Turmoktogon samt Kupferhaube.

Während der über 500-jährigen Geschichte der St. Georgskirche werden laufend Sanierungs- und Renovierungsarbeiten erforderlich. Die schwierigsten, langwierigsten und finanziell jeden Rahmen sprengenden Arbeiten erfolgen, nach Feststellung der Einsturzgefährdung, in den Jahren 1970 bis 1999 und verursachen neben einem immensen ideellen und bautechnischen Aufwand Kosten in Höhe von über 13 Millionen Euro (= seinerzeit ca. 25 Millionen Deutsche Mark).

Nach Abschluss dieser umfangreichsten Bausanierungsmassnahmen in der Geschichte der Stadt präsentiert sich die im Jahr 1988 anlässlich der 500-Jahrfeier der Kirchenweihe zum Münster St. Georg erhobene Stadtkirche wieder in einem geordneten Zustand und glanzvollem Anblick und stellt ein dominierendes und würdiges Wahrzeichen von Dinkelsbühl dar.

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