Münster St. Georg in Dinkelsbühl

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Die heutige Rieger-Orgel von 1997 im Münster von St. Georg  -  Abbildung aus einer im Münster St. Georg ausliegenden Broschüre zu den Orgeln des Münsters

 
Das Münster St. Georg hat eine im Vergleich zu anderen Kirchen vergleichbarer ehemaliger Reichsstädte sehr bewegte und aufregende Entwicklungsgeschichte. Einen bemerkenswerten Teil dieser Entwicklungsgeschichte ist auch den Orgeln in der Georgskirche zuzusprechen.

Die älteste bekannte Orgel wird aus dem frühen 16. Jahrhundert vermutet; sie befand sich hinter der Balustrade über der Sakristei an der Innenwand des geplanten Nordturms. Als die protestantisch orientierten Schweden 1632 die Stadt einnahmen, beschädigten sie in ihrer willkürlichen Zerstörungswut unter anderem auch die Kirchenorgel und überliessen das Gotteshaus der protestantischen Bürgerschaft. Da die Orgel unbrauchbar war, holten die Protestanten für ihre Gottesdienste ihre bisherige Orgel aus der Heiliggeistspitalkirche in die Georgskirche. Diese Orgel wurde fortan "Tragorgel" oder "Schwedenorgel" genannte.

Bereits 2 Jahre später wechselten durch kriegerische Auseinandersetzungen die Besitzverhältnisse um das Gotteshaus und die Katholiken zogen wieder in die Kirche ein. Die "Schwedenorgel" blieb in der Georgskirche, nachdem Katholiken und Protestanten sich über eine Abfindungssumme einigten. Irgendwie war man aber mit der protestantischen "Schwedenorgel" wohl  nicht zufrieden  -   (siehe hierzu die Sage von der widerspenstigen Schwedenorgel)  -  und deshalb wurde 1644 die alte beschädigte Orgel von einem Michael Harrer ("Harrer-Orgel") repariert. Sie versah als Hauptorgel - wieder hinter der Balustrade über der Sakristei an der Innenwand des geplanten Nordturms bis 1846 in der Georgskirche ihren Dienst und wurde in diesem Jahr an die Seminar- und Universitätskirche in Eichstätt verkauft.

Die "Bittner-Orgel" (nach dem Orgelbauer August Ferdinand Bittner) von 1846 wurde nicht mehr über der Sakristei plaziert, sondern erhielt ihren Platz auf der Westempore hinter dem Hauptportal der Georgskirche.

Im Jahr 1954 wurde die inzwischen nicht mehr voll funktionsfähige "Bittner-Orgel" durch die "Zeilhuber-Orgel" (nach der gleichnamigen Orgelbaufirma) ersetzt.

Zurück zum Jahr 1856  -  die "Schwedenorgel" wurde in der Georgskirche nicht mehr gebraucht. Sie wurde in die Kapuzinerkirche transferiert. Im Jahr 1988 wurde die historische "Schwedenorgel" einer umfassenden, auch denkmalpflegerische Gesichtspunkte würdigenden, Restaurierung unterzogen. Seit Abschluss der Restaurierung hat sie praktisch ihren alten Platz in der Georgskirche auf der rechten Seite im Altarraum wiedergefunden.

Im Zuge der umfangreichsten Bau-, Renovierungs- und Sanierungsmassnahmen in der Geschichte der Georgskirche und überhaupt der Stadt Dinkelsbühl wurde auch - bedingt unter anderem durch die aufwendigen Renovierungsmassnahmen im Bereich des Orgelstandortes auf der Westempore - eine neue Orgel erforderlich.

So erhielt die inzwischen zum Münster St. Georg erhobene Georgskirche im Jahr 1997 die neue prächtige "Rieger-Orgel" (nach der gleichnamigen Orgelbaufirma), die optisch und akustisch einen krönenden und würdigen Abschluss der 30-jährigen immensen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten darstellt.

Soweit eine kurze komprimierte Zusammenfassung über die Orgeln des Münsters St. Georg zu Dinkelsbühl  -  weitergehende Informationen gibt es in der oben erwähnten Broschüre, die im Münster St. Georg ausliegt und käuflich für 3 € erworben werden kann sowie bezüglich der aktuellen Riegel-Orgel im Internet auf der Website der Orgelbaufirma Rieger Orgelbau GmbH (www.rieger-orgelbau.com) in Schwarzach / Vorarlberg.


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